Der Nierenstein – eine nicht zu unterschätzende Erkrankung

Das Risiko einer Erkrankung an Nierensteinen ist in den Industrienationen sowie im Alter ab 30 Jahren bis hin zum 50. Lebensjahr besonders groß. Neben Nierensteinen kann auch Nierengrieß auftreten.

Nierensteine werden vom Mediziner auch als Nephrolithen bezeichnet. Die Herleitung kommt von den griechischen Vokabeln "lithos" für Stein und "nephros" für die Niere. Als Nierensteine werden verhärtete Einlagerungen in den Nieren selbst oder den davon ausgehenden Harnwegen bezeichnet. Sie können alternativ auch Calcamus renalis, Nierenkongrement sowie Uretersteine genannt werden. Handelt es sich um eine Vielzahl von sehr kleinen Nierensteinen, spricht der Arzt auch von Nierengrieß. Das Risiko, an Nierensteinen zu erkranken, hängt in entscheidendem Maß von der Art der Ernährung ab. Für die Regionen Westeuropa und Mitteleuropa geht man davon aus, dass bis zu fünf Prozent der Bevölkerung von Nierensteinen betroffen sind. Das Risiko, einen oder mehrere Nierensteine zu bekommen, ist in den hoch entwickelten Industrienationen besonders groß. Immerhin jeder fünfte Mann der Welt mit Nierensteinen lebt dort. Bei den Frauen ist das Risiko nicht ganz dramatisch erhöht. Hier finden sich sieben Prozent der betroffenen Patienten in den Industrienationen. Hat ein Patient bereits einen Nierenstein gehabt, dann steigt das Risiko eines erneuten Auftretens signifikant an. Nach den Statistiken der Mediziner bekommen sechs von zehn Patienten erneut einen Nierenstein oder Nierengrieß. Unter den Ärzten wird das erneute Auftreten als Rezidiv bezeichnet. Auch ist beim Auftreten von Nierensteinen eine unterschiedliche Verteilung in Abhängigkeit vom Alter zu beobachten. Am meisten gefährdet für die Bildung von Nierensteinen sind Menschen zwischen dem 30. und dem 50. Geburtstag. Im ICD-10-Standard der WHO sind der Nierenstein unter der Registriernummer N20 und die in den unteren Harnwegen gefundenen Steine unter der Nummer N21 erfasst. Für Letztere wird auch der Begriff Blasenstein verwendet.



Die Einteilung der Nierensteine



Bei der Gliederung der Nierensteine werden derzeit zwei Kriterien zugrunde gelegt. Das ist zum Einen die Einteilung der Nierensteine nach ihrer Form und zum Anderen nach den chemischen Stoffen, aus denen sie gebildet worden sind. Bei der Unterscheidung nach der Form wird zwischen Ausgusssteinen, Korallensteinen sowie Hirschgeweihsteinen und Ventilsteilen differenziert. Bei der Unterscheidung nach der chemischen Zusammensetzung nehmen die Calciumoxalat-Steine den höchsten Stellenwert ein. Sie sind immerhin für knapp zwei Drittel aller diagnostizierten Nierensteine verantwortlich. Auf dem zweiten Rang der Häufigkeit rangieren die Urat-Steine. Sie werden alternativ auch als Harnsäuresteine bezeichnet und bringen es auf einen Anteil von 15 Prozent. Auf Platz 3 der Rangliste der Häufigkeit sind mit elf Prozent die Struvit-Steine zu finden. Diese Art der Nierensteine besteht aus Magnesiumammoniumphosphat. Ihre Besonderheit ist, dass sie vor allem im Zusammenhang mit Infektionen gebildet werden. Deshalb tragen sie auch den zutreffenden Beinamen Infekt-Steine. Neun Prozent aller gefundenen Nierensteine bestehen aus Calciumphosphat. Cystinsteine werden in einem von hundert Fällen der Nierensteinbildung gefunden. Mit der gleichen Häufigkeit treten Nierensteine auf, deren Hauptbestandteil Xanthin ist. Nicht immer werden die Nierensteine aus nur einem Stoff gebildet. Einen erheblichen Anteil machen Steine aus, in denen mehrere der genannten Elemente zu finden sind. Sie können teilweise anhand der Farben und Strukturen unterschieden werden und haben in der Medizin keine speziellen Bezeichnungen bekommen. Eine zusätzliche Unterscheidung der Anlagerungen in der Niere und den Harnwegen wird nach der Größe der Versteinerung vorgenommen. Daraus werden die Begriffe Nierensteine und Nierengrieß abgeleitet. Die Größe der Nierensteine ist auch ein Punkt, nach dem über die Arten der möglichen Behandlungen unterschieden wird.